Sonntag, 24. Januar 2016

Kein himmlisches Reich für Rollstuhlfahrer

Post bekommen. Wurde mir im Matheunterricht überreicht, von wem weiß ich leider auch nicht so genau. Hab mich aber voll gefreut. "Der Messias" hat in meiner Büchersammlung nämlich noch gefehlt. Passt perfekt, jetzt wackelt mein Schreibtisch endlich nicht mehr.

Hab auch ein schönes Bild bekommen. (Hier ein Link: Link) Natürlich sofort aufgehängt. Ich hab jetzt nur noch ein paar kleine Fragen. Auf dem Bild ist zusehen, wie man sich an einer Kreuzung entweder für das verderben, also offensichtlich unsere normale Welt, oder das ewige Leben entscheiden kann.
Also ich würde mich natürlich für das reich Gottes entscheiden. Ich hab jetzt gesehen, die Tür zum "Reich Gottes" sieht relativ Schmal aus. Meine Frage wäre jetzt ob ich mit Rollstuhl da überhaupt durch passe. Die Stufe könnte auch zum Problem werden. Außerdem habe ich ein wenig Sorge wegen dem steilen Anstieg. Gibt's im ewigen Reich Gottes einen Fahrdienst? ( btw seh ich auch keinen Behindertenparkplatz, vielleicht könnte man ja mal mit Gott reden, ob er das alles nicht etwas barrierefreier und behindertenfreundlixh gestalten könnte...).
(Und btw 2: im Religionsunterricht hab ich mal gehört da gibt's nur Honig und Milch oder so, jetzt Vertrag ich Milch halt leider nicht so. Gibt's da Alternativen? Und Alkohol ist sicher verboten?Wär nämlich noch eine Sache, auf die ich ungern verzichten würde)

Liebe Leute. Mein Blog hatte mal irgendwo irgendwas mit 'Prepared for the worst but still praying for the best' oder so stehen. Ist ein Zitat von Lil Wayne und find ich ziemlich cool irgendwie. Hab ich dann halt einfach hier irgendwo als Blogüberschrift genommen und ist bis vor kurzem auch da gestanden, weil ich einfach 0 Ahnung hab von Blogs. Jetzt aber geändert. Weil ich denke, dass viele dadurch auf eine falsche Fährte gelockt wurden. Ich glaube an Gott, ja. An meinen Gott. Und jetzt an alle Kirchen, Sekten,.., und andere Vereine, die denken 'kleines Mädchen, arm und behindert bestimmt depressiv! .braucht sicher jemanden der ihr halt bietet und wer wäre besser geeignet als unser Gott? Perfekt schicken wir ihr doch eine Mitgliedskarte' . Bitte, nein! Die 70ct Porto spendet ihr lieber. Danke.
Ich weiß das mit Gott ist so eine Sache. Aber da ich keinem auf die Füße treten kann, hoffe ich die Sache ist hiermit erledigt. Bitte keine Hassbriefe und kein Scheiterhaufen.
Wollte ich nur einfach mal gesagt haben.


Das Lied, aus dem ich besagtes Zitat habe geht übrigens so weiter:
"This game is a bitch I got my hand up her dress"

Kommentare:

  1. Sehr schönes Bild, ich hatte schon immer eine Schwäche für diese Wimmelbilder. Links werden die Dinge nach hinten zu ja wohl immer schlimmer, weil da geht es ja Richtung Verderben. Ein ICE ist also ganz ähnlich sündig wie eine Moschee; aber mich überrascht so leicht nichts. Wieder was gelernt, hier!

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  2. Der Himmel ist also nicht nur nicht barrierefrei, er sieht aus wie das Berchtesgadener Land.
    Letzteres muss ja nicht unbedingt von Nachteil sein, aber was ist mit den armen Seelen, die lieber am Strand tot wären?

    Gut finde ich auch den Stacheldraht auf der Mauer. Sündige Hochspringer - no way!
    Ebenfalls verschlossen ist der Weg durch die Kirche: Kaum kommt man aus dem Nebenausgang, kracht man schon ins tiefe Tal.
    Oder ist das eine Methapher dafür, dass auch Dünnbrettbohrer eher nicht ins Paradies kommen?

    Wie dem auch sei - das war ein klasse Einstieg in die Woche :-))) DANKE.

    Michael
    (Ex-Ministrant, der immer noch rätselt was sich der Maler eingeworfen hat und wo er das als militanter Katholik wohl herkriegt hat.)


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  3. Das Original stammt aus dem Jahr 1866, hier ist also nur was abgekupfert...macht es auch nicht besser: immerhin war es damals authentisch

    Bei wikipedia: Charlotte Reihlen...
    oder bei google: Bild schmaler und breiter Weg

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    1. Hier ist nichts mit abgucken, das Bild wurde doch bewusst ähnlich dem Original gehalten. Es geht einfach um eine Neuinterpretation des Bildes in der heutigen Zeit.

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    2. Meine Herren, eine kunstkritische Debatte! Das hat man davon, wenn man sich diese ganzen intellektuellen Spinner von der Süddeutschen auf seinen Blog einlädt.
      Nach dem Hinweis auf Charlotte Reihlen habe ich auch etwas nachgeforscht. Anscheinend waren diese Mahnbilder besonders im 19. Jahrhundert populär und das Zwei-Wege-Bild ist davon eine beliebte Unterart.
      Es gibt aber auch andere. Das hier zeigt z.B. sehr schön, was passiert wenn du nicht vom Alkohol lässt, Amelie! Hier sieht man eine andere Zwei-Wege Variante. Und das ist das erwähnte Vorbild für unsere Version.
      Das kann man jetzt eine Neuinterpretation nennen, aber ich muss sagen, dass ich das "Original" doch sympathischer finde. Immerhin sind da die bösen Dinge hauptsächlich Glücksspiel, Alkohol und Krieg (ok, auch Theater) und es gibt immer noch ein paar Erlösungsbrücken für reuige Sünder, auch für die ganz verkommenen. In der neuen Variante ist es dagegen schon vorbei mit dem Seelenheil, sobald du den Bogen mit der bedrohlichen Aufschrift "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" durchschreitest.
      Eins hat sich aber nicht geändert und man fragt sich schon: Was haben diese Leute gegen die Eisenbahn?
      Jedenfalls hab ich also tatsächlich was gelernt; und bei der ganzen Recherche bin ich zufällig auch noch auf ein sehr schönes Gedicht von Robert Frost gestoßen. Ob der so gut ist wie Lil Wayne, das lasse ich jetzt mal dahingestellt, und ich habe auch ein etwas schlechtes Gewissen, den armen Robert neben die naiven Mahnbildchen zu stellen; aber ich will es euch auch nicht vorenthalten:


      The Road Not Taken

      Two roads diverged in a yellow wood,
      And sorry I could not travel both
      And be one traveler, long I stood
      And looked down one as far as I could
      To where it bent in the undergrowth;

      Then took the other, as just as fair,
      And having perhaps the better claim,
      Because it was grassy and wanted wear;
      Though as for that the passing there
      Had worn them really about the same,

      And both that morning equally lay
      In leaves no step had trodden black.
      Oh, I kept the first for another day!
      Yet knowing how way leads on to way,
      I doubted if I should ever come back.

      I shall be telling this with a sigh
      Somewhere ages and ages hence:
      Two roads diverged in a wood, and I—
      I took the one less traveled by,
      And that has made all the difference.

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  4. "Was haben diese Leute gegen die Eisenbahn?"

    Na dann werf ich als einer dieser SZ-Spinner mal den Klugscheissermodus an. ;-)
    In "wkgo.de" (Württembergische Kirschengeschichte Online) findet sich folgende Deutung von Friedrich Gustav Lang, die ich zitiere:
    "Zeigt sich darin die Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit der pietistischen Kreise? In Charlotte Reihlens „Erklärung“ wird anerkannt, dass die Eisenbahn „an sich eine gute und nützliche Erfindung“ sei. Andrerseits habe sie „viel Sünde im Gefolge, z.B. die Sonntagsentheiligung usw.“ Entsprechend steht auf den englischen Bildern neben dem Zug „Sunday Train“. Doch anscheinend ist noch an anderes gedacht. Die Eisenbahn fährt gleich hinter einer Kriegsszene, davor treibt ein Mann drei Sklaven vor sich her, die in der Urfassung als Schwarze gezeichnet sind. Womöglich spiegelt sich darin die damalige Zeitgeschichte. Im amerikanischen Bürgerkrieg (1861–65) wurde um die Sklavenbefreiung gekämpft. Dort in den USA und jetzt im Krieg von 1866 hat der strategische Einsatz der Eisenbahn erstmals über Sieg und Niederlage entschieden."
    Zitat Ende.
    Der neue "Künstler" hat sich natürlich nix dabei gedacht und einfach das Thema "Dampf" auf "Elektriztät" übertragen...
    Vielleicht meint er damit aber auch, dass jemand der in eine Steckdose fast, schneller im Himmel ist als ein ICE zu fahren in der Lage ist.

    Michael

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    1. Hey, danke für die Aufklärung! :-)

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