Montag, 29. Mai 2017

betteln um einen Rollstuhl.

Ich bin so wütend. So unendlich wütend, ich muss jetzt etwas los werden. Eigentlich sollte ich lernen und ich wollte zudem kurz vor der Buchveröffentlichung nur "gute" Posts machen und mich so für eventuelle neue Leser von meiner besseren Seite zeigen. Aber das Leben ist kein Ponyhof, vor allem nicht im Rollstuhl und hier kommt das wahre Leben:

Seit vier Jahren. VIER JAHREN, nicht Monate, nicht Wochen nicht Tage, seit 4 Jahren! kämpfe ich um einen Rollstuhl. Ein Rollstuhl von der Kasse, der mir passt.
Die Kasse kann hierfür überhaupt gar nichts. Ok vielleicht soviel, dass sie mich nicht mein Sanitätshaus nach wunsch (Rolliworld!) aufsuchen lassen und nur das nötigste an Rollstuhl bewilligen. Aber damit käme ich klar. Mit dem nötigsten! Ein an mich angepasster Rollstuhl, oder ein besserer Rollstuhl, der mehr aushalten würde, käme wäre deutlich besser für meine Gesundheit, meine Mobilität. Aber gut. Ein nicht ganz so hochwertiger, gut angepasster (!) Rollstuhl, ist besser als der teuerste Rollstuhl, der dann nicht passt.
Und einen solchen passenden Rollstuhl habe ich. Angepasst von Rolliworld und gezahlt von meinem Geld. 2.500€. Den für mein Handbike (7500€, auch eigene Anschaffung, nur möglich durch Spendengelder) brauchte ich diesen. Und die Kasse hat den nicht gezahlt. Nun bringt ein Handbike ohne Rollstuhl nichts. Also haben wir ihn gezahlt. Und ich bin so glücklich mit dem. Der passt. Ich fühle mih wohl darin. Es ist wie laufen. Nach drei Jahren hat auch der langsam erste Abnutzungsschäden. Der Rücken hängt durch, die Bremsen werden locker, die Reifen verlieren an Grip und so weiter. Aber er ist noch immer hundert Mal besser, als das andere Problem, das ich hier zu Hause rumstehen hab. Und jetzt komm ich langsam zum eigentlichen Thema:
Ich habe einen Rollstuhl von der Kasse. Das gleiche Modell wie mein schwarzer Rollstuhl, nur zum Falten und in weiß. Und mit dem Kämpfe ich seit 3 Jahren (davor waren es noch paar andere Rollstühle, die ich hatte, um die gekämpft wurde, bis ich schließlich den hier bekommen hatte) seit drei Jahren ist dieses ************************************* Sanitätshaus nicht in der Lage mir diesen *************************** Rollstuhl anzupassen.
Wo geht das Geld hin? Zu unfähigen Sanitätshäusern, die mächtig abkassieren, für NICHTS. WARUM kann ich nicht einfach zu Rolliworld, mir da einen Stuhl anpassen lassen, von der Kasse bekommen. 3 Monate höchstens und die Sache wäre gelaufen. Ohne ständige Nachbesserungen. Ich brauche diesen Rollstuhl! Ich hab es mir nicht ausgesucht, aber jetzt bin ich darauf angewiesen. Ginge es nach dem Sanitätshaus und hätte ich meinen anderen Rollstuhl nicht, läge ich nun seit 3 Jahren im Bett. Ich weiß nicht wie sie es schaffen, aber dieser Rollstuhl passt hinten und vorne nicht. Der Typ war gerade wieder da, um ihn zum hunderstenmal"""""anzupassen""""", ich sitze seit 10 Minuten drin und mir tut alles weh. Ich muss mich konzentrieren nicht vorne überzukippen, muss meinen Kopf nach vorne ziehen, um nicht nach hinten zu fallen, die Greifreifen sind rutschig, sodass ich nicht vernünftig anschieben kann, ich sitze zu hoch, kann auch nicht anschieben und er ist verdammt sperrig. Man brauch enorme Kraft um ihn anzuschieben. Es ist anstrengend!
Da kommt der Typ, nimmt sich das Modell, sagt sitzbreite 34, fertig. Mehr wurde nicht angepasst. Vor allem denken viele, bei hochgelähmten ist es nicht so wichtig. Die sind nicht sportlich, da passt ein einfacher. BULLSHIT! Gerade weil wir so eingschränkt, noch eingeschränkter sind, zählt jeder Zentimeter! Der Rollstuhl muss perfekt passen, dass du mit der wenigen Muskultur, die du hast, stabil sitzen kannst. Damit du mit der wenigen Muskulatur, die wenige Kraft, die du hast, dich vernünftig fortbewegen kannst, ohne Schmerzen zu bekommen.
Viele vergleichen einen Rollstuhl immer mit den Schuhen. Wenn der Schuh nicht passt, kannst du nicht vernünftig laufen. Das ist falsch. Der Rollstuhl ist so viel mehr! Der ist mein Fortbewegungsmittel, meine Beine. Ohne Rollstuhl kann ich nichts. Ohne passenden Rollstuhl auch nicht. Ich hab nicht die Stabilität und die Kraft in einem nicht passenden Rollstuhl zu fahren.
Ihr denkt die Leute begehen Suizid, weil sie mt ihrer Situation nicht klar kommen, nicht mehr laufen zu können? Der Kampf mit Kassen oder in meinem Fall dem Sanitätshaus ist so viel härter und so viel ermüdender. Ich hab keine Lust mehr darauf. Es kotzt mich an. Ich will einen passenden Rollstuhl mehr nicht. Als der Typ den Rollstuhl """""""angepasst""""""" hat und ich mich reingesetzt habe und er wieder nicht gepasst hat, hab ich nur noch gesagt: "Ich habe keine Lust mehr". Hab ich nicht. Der wurde so oft angepasst, viel mehr geht nicht. Er ist halt einfach falsch gebaut. Ich will zu Rolliworld und einen passenden Rollstuhl. Muss ich für etwas betteln, das mir zustehen sollte? Danke für nichts. So. jetzt tut mir wirklich alles weh und ich heul gleich vor Wut. Ich setz mich jetzt wieder in meinen anderen Rollstuhl. Das Problem ist zusätzlich, dass ich diesen Rollstuhl jetzt ja auch nicht abnutzen kann und solange fahren, bis ich einen neuen bekomme, weil ich ganz einfach nicht damit fahren kann. Jetzt habt ihr einen Rollstuhl, der zuhause rumstehen muss, und eine Familie, die auf den Urlaub verzichtet, um sich einen anderen Rollstuhl leisten zu können. Ich hoffe ihr seid zufrieden mit euch, ihr *******************.

keine lieben Grüße an diese Menschen,
Amelie.






Sonntag, 28. Mai 2017

Büchlein

Also ich hab mein Exemplar schon:D
Und ich muss sagen, in echt sieht es nochmal besser aus. Eingebildet aber stolz.
Es ist unglaublich sich auf einem Buchcover zu sehen. Und seinen eigenen Namen darauf zu lesen. Ich kanns noch immer nicht wirklich glauben. Und vor allem bin ich gespannt wie es euch gefällt . Erscheinungsdatum ist der 1.6. aber einige haben es wohl schon und haben mir auch schon geschrieben. Meine Mutter hat es auch schon durch und meine Schwester ist dabei. Sie ist bei Kapitel vier und sagt, sie möchte nicht weiter lesen, weil sie Angst hat, dass sie zu schnell fertig ist ^^ aber sie findets sehr gut . Und wer Geschwister hat, der weiß das sind die ehrlichsten Kritiker :p

Mittwoch, 24. Mai 2017

Gut gelöst

Wie die 'Rollstuhlplätze' in den Hörsälen aussehen:

Auf einen der Klappstühle in der ersten Reihe ein Rollstuhlzeichen' geklebt. Tisch? kein Tisch. Danke für nichts.

Wie ich das löse? Ich fahre schräg an die Sitzereihen, und sitze dann so an der Seite. Den kleinen Tisch herunter geklappt, der dann total schräg ist. Ich sitze dann also genau parallel zur Tafel und im 90 Grad Winkel zu den Anderen. Meine Skoliose freut sich.
Schon an einem Tisch schreiben ist für mich schwer. An diesem schrägen Minitischlein wird das zu nem Fall der Unmöglichkeit! Es ist wirklich nicht leicht.


"Behinderte? Haben wir hier nur zu Besuch. "
Nein man. Liebe Leute. Wir wollen tatsächlich studieren. Und bitte auch mitschreiben können.
Meine beiden ersten Hausarbeiten bestanden! Bin schon sehr erleichtert. Jetzt kann ich mich nur auf lernen konzentrieren und muss nicht während dem Semester noch die Hausarbeiten nachschreiben.

Aber! Ganz wichtig! Nur noch 8 Tage!❤️

Samstag, 20. Mai 2017

Christopher Reeve

 Machst mich zum Helden,
 zum Supermann.
 Zum Echten
der, der nicht mehr laufen kann

Sonntag, 7. Mai 2017

Jura und ich




GESCHAFFT! Ich kann endlich wieder ohne schlechtes Gewissen an den Laptop, und etwas machen, das nichts mit Jura, Hausarbeit und/oder lernen zu tun hat. Zumindest ein wenig. Ich habe meine erste Klausur am Freitag hinter mich gebracht und meine Hausarbeiten, die mich über die Semesterferien gequält haben, abgegeben. Jetzt hab ich einen Tag komplett Abstand genommen, zu allem und heute Angefangen ein wenig Stoff zu wiederholen, den ich verpasst hab, weil ich gelernt hab, statt in die Vorlesung zu gehen. Aber jetzt hab ich endlich wieder Zeit (und wie gesagt kein schlechtes Gewissen) etwas zu posten. Und ich nutze die Zeit mal und denke es wäre der richtige Moment mal zu berichten wie ich mein Studium so bisher finde.

Also: ich studiere nach wie vor Jura und bisher habe ich wirklich spaß dabei. Das kann ich bisher sagen (erinnert mich daran, wenn ich die nächste Hausarbeit schreibe). Und ich denke das ist schon einmal eine gute Voraussetzung, dass das Studium einem Spaß macht. Ich wollte Jura machen, weil ich es a) schon immer machen wollte, keine Ahnung warum und b) nicht wusste was sonst und c) mich mein Leben lang geärgert hätte, hätte ich es nicht probiert. Und bis jetzt bin ich äußerst glücklich mit der Entscheidung. Ich sitze oft in den Vorlesungen und denke „Ja. Das ist es!“ und bin einfach nur glücklich. Leider gibt es auch sehr viele Momente, in denen ich denke „Scheiße, wie soll ich das schaffen“, va wenn man sieht wie intelligent Volljuristen sind, man die Durchfallquoten sieht usw. Also ich hab die härtesten Gefühlsschwankungen meines Lebens. ABER es gibt wenigstens auch gute Momente. Also es ist nicht so, dass ich nur Selbstzweifel habe, sondern eben auch Spaß. Und mir eben nicht denke, dass Jura nichts für mich ist, oder ich aufhören möchte. Es macht eben einfach Spaß, es gefällt mir. Bisher. Nach einem halben Jahr lässt sich recht viel mehr denk ich auch nicht sagen. Und was die Noten sagen, wird sich bei der Rückgabe zeigen. Ich hatte zwar schon eine Klausur, die war aber „nur“ in einem Grundlagenfach, Rechtsphilosophie, da hatte ich 13 Punkte. Aber in den Grundkursen, bei mir Öffentliches Recht und Zivilrecht, kann ich noch nicht einschätzen, ob ich als Jurist taugen würde :D . Wir hatten Probeklausuren, da habe ich mitgeschrieben, allerdings noch ohne Nachteilsausgleich, und demenstprechend nicht fertig geworden und deshalb auch schlecht ausgefallen. Deshalb bin ich jetzt gespannt auf die Benotung der Klausur und der Hausarbeiten.

Vom Umfang und Lernaufwand her muss ich sagen, hab ich es mir schlimmer vorgestellt, aber liegt wahrscheinlich einfach daran, dass ich erst im ersten (bzw. jetzt zweiten) Semester bin. Also ich war abgeschreckt, von den ganzen Horrorgeschichten, aber NOCH bin ich positiv enttäuscht worden^^.

Was nicht heißt, dass ich nichts zu tun hab. Ganz im Gegenteil. Ich hab es mir nur noch schlimmer vorgestellt. Semesterferien waren eher Semester“ferien“. Also für mich waren die drei Monate Semesterferien anstrengender, als das Semester, da ich Hausarbeiten schreiben musste. Hausarbeiten sehen in Jura so aus, dass man einen Fall bekommt (XY bestellt eine Tafel Schokolade, erhält aber Gummibärchen. Kann er sein Geld zurück verlangen?)und den mit Gutachten lösen muss. Ganz so leicht ist das nicht, der Fall ist drei Seiten lang und das Gutachten soll 20 Seiten haben. Und davon zwei Stück, einmal Öffentliches Recht und einmal Zivilrecht. Die Leiter hatten zwar gesagt, man solle pro Hausarbeit 3 Wochen einplanen, ich hab meine ganzen Semesterferien gebraucht. Aber das war auch dumm von mir, nächstes Mal muss ich das anders Planen. Ich wollte zwar fleißig schon zu Beginn Anfangen, um dann die letzten Wochen entspannen zu können. Für Leute wie mich, die erst etwas Druck brauchen, um gut Arbeiten zu können, ist das aber eher schlecht. So sahen die ersten 8 Wochen so aus, dass ich zwar in der Bib war, aber eher Larfari vor mich hingearbeitet habe und erst dann gegen Ende mit steigendem Zeitdruck wirklich produktiv wurde. Aber dann eben letztendlich trotzdem die kompletten Semesterferien an den Hausarbeiten gesessen habe. Also nächstes Mal später Anfangen oder wirklich lernen auch ohne Druck produktiv zu sein.

Dann hab ich das mit Lernen auch etwas falsch gemacht. Irgendwie wollte ich nicht gleich am Anfang richtig mit lernen, weil ich mir dann vorkam wie ein Streber, aber auch das war ein Fehler, dadurch bin ich jetzt noch dabei alles zusammenzufassen, was ich hätte von Anfang an machen sollen. Da immer neuer Stoff dazu kommt und ich kaum hinterherkomme mit Nacharbeiten.

Also kurz um: es ist viel, aber es ist (noch) nicht sooo schlimm wie befürchtet.

Mit Zivilrecht hab ich mich von Anfang an angefreundet, für öffentliches Recht hab ich etwas gebraucht, aber mittlerweile, vor allem jetzt nach dem Lernen für die Klausur, wenn man langsam die Zusammenhänge versteht (oder meint sie zu verstehen), sind wir auch ganz gute Freunde geworden. Worauf ich mich freue, ist Strafrecht ab dem dritten Semester. Aktenzeichen XY und  als Lieblingssendung, die „Crime“ als abonnierte Zeitschrift und Dokus über spektakuläre Verbrechen in meinem Youtube Verlauf, da liegt das denk ich auf der Hand, dass ich wissen will: Wer, Was, Wieso darf er nicht und welche Strafe?



Also Fazit: Jura macht mir Spaß, mit ups and downs natürlich, ich warte die ersten Benotungen ab und schau dann, wies weiter geht.


Das jetzt nur mal zum Jurastudium itself. Alles drum herum, heißt: Barrierefreiheit, Rollstuhlgerecht, Kommilitonen, usw. ist nochmal ein anderes Thema. Dafür dann demnächst ein eigener Eintrag. Jetzt hab ich ja endlich wieder mehr Zeit :D