Donnerstag, 17. August 2017

Reha - Tag 10

Tag 10

Ich hab gleich Massage . Und die hab ich bitter nötig! Weswegen ich mich drauf freue. Ich hab nur Angst vor dem Weg. Von meinem Zimmer 5 Meter zum Aufzug , mit dem runter und nochmal 20 Meter zur Massage. Und mir tut alles weh! Jeder einzige funktionierende Muskel. Ich schaffs in meinem Zimmer mit Mühe ins Bad. Warum? Tag 9 hat es übertrieben.
Physio um 9.45 ich hatte schon keine Kraft für leichte Übungen, wegen den Tagen zuvor. Anschließend 1 Stunde Kraftraum. Mittagessen und um 12.30 wieder Therapie. Also schon vollkommen am arsch. Ab 16.30 dann Rugby bis 18 Uhr. Geil! Abendessen. Und von 19 - 21 Uhr Tischtennis (mit Rundlauf natürlich)
War ein verdämmt geiler Tag! Hätte gerne jeden Tag so einen Ablauf.
Aber meine Muskeln sind damit etwas überfordert ^^
So ich muss los. Bis dann

Sonntag, 13. August 2017

Spendenkonto

Weil einige gefragt haben:

Ja, ich hatte und habe ein Spendenkonto. Gerade am Anfang wurde viel gespendet, wir waren überwältigt. Und bei allem was anfiel leider auch nötig^^ und das Leben im Rollstuhl wird, wie ich schon oft erwähnt hab, nicht billiger. Ich will nicht um Geld betteln, und wer nichts spenden möchte, oder es nicht gut findet , ignoriert es einfach.
Wir haben noch immer einiges abzubezahlen.
Und weil, wie gesagt, einige gefragt haben, hier, das Konto, auf das meine Spenden kamen/kommen:.
Find ich lieb von euch, danke! :-)




Amelie Ebner
Sparkasse Freising:
IBAN: DE48700510030025450727
BIC: BYLADEM1FSI

Samstag, 12. August 2017

Reha Tagebuch



Tag 1:
Geil. Mit unter meine liebsten Leute der letzten Jahre hier. Geiles Essen!

Tag 2:
Therapie! Sehr gut! Kraftraum: Mega! Und zur Krönung Rugby gespielt

Tag 3:
Essen noch immer super. Mein Buch verkauft sich. Therapie, eine Stunde Kraftraum. Langsam etwas muskelschmerzen

Tag 4:
Kann mich jemand füttern? Ich kann meine Arme nicht heben, aber das Essen ist so gut...

Tag 5:
Handbike-tour. Gegen Muskelkater hilft nur weiter trainieren.
Morgen (Sonntag) mach ich langsamer, sodass ich Montag voll durchstarten kann

Montag, 7. August 2017

Urlaub

Morgen gehts für mich für 3 Wochen auf Reha! In meine geliebte reha im Schwarzwald!
Bin sehr froh, nicht nur wegen den Leuten, der Therapie usw., sondern vor allem weil Ablenkung genau das richtige gerade ist. Ein mir im letzten Jahr sehr ans Herz gewachsener Mensch ist heute für 2 Jahre nach Amerika. Kleines Herz gebrochen. Bett wieder allein für mich. Abschied ist wirklich nicht mein Ding. Ich vermeide sie, wo ich nur kann.
Ich Gehör zu der Sorte, die am Abend davor sagen : "alles Gute, aber wir sehen uns ja morgen früh nochmal zum verabschieden" und dann am nächsten Morgen nicht auftauchen. Tut mir leid, aber diese Emotionen. Das kann ich nicht. Das ist peinlich. Ne, mag ich nicht. Aber Reha. Reha mag ich! (Wenn das nicht mal eine krasse Überleitung ist). In diesem Sinne: ich werde berichten!

Mittwoch, 2. August 2017

eher kein Türsteher

Bewerbung zu einem Nebenjob:

Was ich kann:
Nicht viel. Wirklich. 80% meines Körpers hört nicht auf mich.
Reden. Aber auch nur über etwas, das mich interessiert.
Sitzen, still sein, schön aussehen.
Schreiben (Allerdings mit Rechtschreib und Grammatikfehlern.)
Pünktlich sein, Gewissenhaft, meistens höflich
Fair und Faul sein
bin einigermaßen intelligent


Was ich nicht kann:
Botendienste, Kaffe machen, Essen holen.
Ausgeglichen mit meinem Sanitätshaus reden.
Nett zu Leuten sein, die unfair sind
Langsam arbeiten. Ich hasse Leute, die langsam arbeiten.




Erwünschtes Gehalt: möglichst hoch
Erwünschte Arbeitsstunden: Möglichst wenig. Studiere, Hab Therapie und brauche zuhause mehr Zeit für alles.


Wer mich einstellen will, gerne Email an mich.




Ich suche einen Nebenjob. Warum? Geld. Mein Papa ist 70 Jahre alt und arbeitet den ganzen Tag. Genauso meine Mutter (nur dass sie nicht 70 ist) und das Leben mit Rollstuhl ist einfach verdammt teuer. Noch dazu als Student: Bücher, essen, mein Notizzettel und Textmarker-Fetisch (man kann nie genug davon haben, ich liebe sie einfach). Benzin, da ich zwar kostenlos die Öffentlichen nutzen kann, aber damit ich überhaupt in den Genuss dieser komme, muss ich zuerst zur 15 km entfernten U-Bahn-Station fahren. (Der aufmerksame Buch-Leser weiß warum). Dann jeden Monat 30€ für meine Studienbegleitung.

Ich würde einfach gerne mal wieder Geld für mich haben.

Alles, was ich bisher verdient habe, ist in mein Querschnitt-Ich geflossen.
Auto: 13.000€ (Mein Papa hatte für mich eigentlich ein gebrauchtes Auto für 500€ gekauft gehabt. Nach meinem Unfall hat es aber wenig Sinn gehabt. Gangschaltung + Umbau zu teuer)
Trainingsgerät: 15.000€
Rollstuhl + Handbike: 14.000€

und das waren nur die großen Anschaffungen. Was noch alles dazu kommt will ich gar nicht aufführen.
Natürlich konnte ich nur einen Bruchteil davon zahlen. Wie meine Eltern das machen? noch härter Arbeiten. Alles, was ich bekommen habe, gebe ich selbstverständlich an meine Eltern ab. Spenden, Verdienste, Geld von Verwandten..Aber natürlich reicht das nicht.

Was ich mit diesem Post will? Meckern, Mitleid, mich beschweren? Keine Ahnung. Vielleicht einfach Verständnis und raus lassen, was mich beschäftigt. Wie immer.

Was mich fertig macht ist, dass es so weiter gehen wird. Nur dass ich mein Geld nicht freiwillig an meine Eltern abgebe, sondern an den Staat. So ist das bei uns schwerbehinderten. Geld verdienen dürfen? Ne. Wir können doch nicht einmal denken? Oder?

Zurzeit sind diese Gedanken bei mir so präsent, weil ich mir ein Macbook anschaffen wollte. Ich hab es ausprobiert und mich verliebt. Ich komme damit so verdammt gut klar. Vor allem, weil ich Windows über alles (fast alles, davor ist noch mein Sanitätshaus und meine Lieblings Lehrkraft) hasse. Ich check es einfach nicht. Ich blick nicht durch. Nach 3 Jahren noch immer nicht. Nach meinem Buch wollte ich mir das für die Uni leisten. Aber ist eben leider nicht drin.

Noch eine Sache:
Ich würde gerne arbeiten. Aber ich hab einfach so wenig Zeit, dass ich es seit einem Jahr nicht mehr zum Rugby-Training schaffe. Am zeitraubendsten ist einfach alles was Pflege betrifft. Wenn nicht Querschnitte nur wüssten wie viel Zeit alles kostet.


Lange Rede, wenig Sinn:
Wer hat eine Idee was ich machen könnte?
Typische Studentenjobs? Kellnern? ...brauch ich glaub ich nicht viel dazu sagen, warum das nicht funktioniert, außer:
"Ja, ich bringe die 10 Gläser gleich. Dauert nur 20 Minuten, weil ich jedes einzeln bringen muss."
"Könnten sie die Stühle verrutschen, ich komm hier nicht durch"
Geil wäre Natürlich in einer Anwaltskanzlei zu machen. Aber was Studenten da machen, kann ich halt einfach auch nicht: Kaffee machen, Botengänge, Regale einräumen,... .
Deswegen: Hat jemand Erfahrung, Ideen, Vorschläge, Jobangebote?


Danke und kein Entschuldigung für die Gedankensprünge und emotionale Achterbahn.




Samstag, 22. Juli 2017

Nichts tun und Geld bekommen

Ich hab schon eine Idee, welchen Beruf ich mal haben möchte:

Rollstuhlanpasser in meinem Sanitätshaus. Fürs nichts tun bezahlt werden. Ein Traum.
Leuten auf die Eier gehen, kann ich auch gut. Und recht viel höher sind die Anforderungen anscheinend nicht.

Ich meins ernst. Wie kann man Leute einstellen und sie mit der Anpassung von Rollstühlen beauftragen, wenn die keine Ahnung, aber wirklich überhaupt keine Ahnung von Rollstühlen haben?

Wenn ich den Namen von diesem Sanitätshaus höre, kommt mir mein Essen hoch und ich will die nächste Treppe runterfahren. (Auch in der Hoffnung, dass mein Rollstuhl dann komplett zerstört wird, ich dann endlich zu rolliworld kann und mir einen vernünftigen Rollstuhl anpassen lassen kann.)

Ich hab noch nie so viel Unfähigkeit auf einem Haufen gesehen. Noch nie, wurde ich so aggressiv, wenn ich an einen Menschen nur denke. Selbst meine alten Freunde und meine lieben Psychologen reihen sich dahinter an.

Ich habe schon Albträume! Ohne Witz. Ich hab von dem ekligen Kerl geträumt, dass er mir den Rollstuhl bringt. Ich hatte mein BGB auf dem Schoß und hab ihm gezeigt, dass es so nicht weiter geht. Er meinte nur "gut, dann widerruf ich alles" und schon als ich dachte die Sache wäre endlich vorbei, hat er vor der Kasse alles geleugnet. Und ich bin auf dem Rollsthl sitzen geblieben. (Ein sehr komischer Traum, in dem ich mit de Rollstuhl und dem BGB, als Symbol für die anstehenden Prüfunggen wohl zwei Sachen gleichzeitig verarbeitet habe.) Nur leider bringt mir in echt das BGB nichts. Keine Sorge, das ist mir klar. Ich hab versucht mich durch das Sozialgesetzbuch zu lesen, nur finde ich nichts, dass mir sagt wie man sich von Hurensohn-Sanitätshäusern lösen kann.

Es nervt einfach. Es macht traurig, wütend, hilflos. Mein eigener Rollstuhl fällt immer ehr auseinander. Der Rücken ist durch, die Bespannung der Sitzfkäche reist, ich bekomme starke Skoliose, Kompfschmerzen, Verspannungen. Es ist nicht mehr lustig.
Ich bin auf die Scheiße angewiesen. Ich sitze sieben Tage die Woche darin, durchschnittlich mehr als 12 Stunden. Ich muss mich damit fortbewegen können, zufrieden sein, wenn ich in den Spiegel schaue. Und ich könnte einfach vor Verzweiflung nur noch ausrasten. Ich frag mich schon, was mit mir nicht stimmt. Warum mir kein einziger Rollstuhl passt. Warum andere so bequem im Rollstuhl sitzen können, und ich meinen Nacken immer anspannen muss, damit ich sitzen kann. 7 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag den Nacken anspannen. Könnt euch vorstellen, wie gemütlich ich sitze. Als Ausgleich setze ich mich deswegen oft schief in den Rollstuhl, da ich so kurz ohne Nackenanspannung sitzen kann. Die Folge: Meine Wirbelsäule verkrümmt. Ich hab jetzt schon eine solche Skoliose, wie sie eigentlich nur bei alt eingesessenen Rollstuhlfahrern zu sehen ist. Und es wird schlimmer. Wenn sich jetzt nichts ändert, werde ich das in spätestens 10 Jahren ausbüsen dürfen,  weil ich dann komplett schief im Rollstuhl hängen werde. Aber ich kann zur Zeit nichts ändern. Die Rollstühle passen nicht mehr, ich spanne meinen Nacken an, sitze trotzdem schief und muss mich noch schiefer setzen um meinen Nacken wenigstens kurz zu entlasten.
Ich will das nicht mehr und ich hab auch keine Kraft mehr. Leider geht meinem Sanitätshaus nicht die Kraft aus, die schicken nach zehnmal einfach einen neuen Mitarbeiter, der uns dann wieder alles mögliche verspricht, nichts hält, nichts besser macht und wenn er die Schnauze voll hat den nächsten schickt. Ihr Arschlöcher. Ich hab nämlich die Schnauze voll. Wie sich die Deppen auch immer einschleimen, und meinen ich fall darauf rein und geb mich dann mit allem zufrieden.
"Oh du siehst aber gut aus, gehst du heute noch aus?"
"Ich glaub nicht, dass sie das was angeht."
Ekelhaft. Ekelhaft. Bei mir kann man sich nicht einschleimen. Ich bin da nicht die Frau für. Bringt mir Hundewelpen, und ich bin still. Aber kein Kompliment, kein
Geschenk, nichts kann mich davon abhalten, ein Arschloch als Arschloch zu sehen. Ich schweife ab, aber merkt euch das, liebe ekelhaften Männer und hinterfotzige Frauen.


Lange Rede, viel Sinn: Ich hab noch immer keinen passenden Rollstuhl.

Ich möchte einen Diebstahl melden: Gestohlen wurden meine Nerven und meine Geduld
Auch den Täter kenn ich: das drecks Sanitätshaus, von dem ich jedem abrate.