Freitag, 22. September 2017

post-reha-tief

Ich hab mich wieder länger nicht gemeldet. Lag vor allem daran, dass ich auf Reha einen Post angefangen hab, der mir nicht so leicht fiel und der nicht ganz fertig wurde. Ich hatte die ganze Zeit lauter geniale Einfälle für Posts, aber sobald ich meine Seite geöffnet habe, hab ich diesen unfertigen Post gesehen und es gelassen. Ich werde jetzt damit fortfahren den Post vor mir her zu schieben und ignorier ihn jetzt einfach :D wenn ich dann irgendwann Lust hab ihn zu vollenden mach ich mich dran. Geht ein wenig um  meine Psyche, und Gefühle und das ist ja bekanntlich nicht so meins.

So, kurzes Update:

Ich bin natürlich wieder zuhause von Reha. 3 Wochen war ich insgesamt , hat diesmal gereicht (dazu in dem hoffentlich irgendwann folgenden Post mehr). 1 Woche hatte ich dann mein post-reha-Tief ; mein persönliches Reha Wochenbett. Hab ich gemerkt, ist immer so nach Reha. Zum einen bin ich nach Reha höchstmotiviert. Ich hab zugenommen, mich erholt, Kraft aufgebaut und so weiter!
ABER irgendwie brauch ich danach immer eine Woche um mich und meine Gedanken zu sammeln.
Hat verschiedene Gründe. Zum einen ist wieder weniger Programm. Ich liebe Sport einfach und auf Reha gibts den jeden Tag. Zuhause "nur" 2x Physio und auch nicht die Möglichkeit einen Kraftraum zu nutzen. Rollstuhlgerechte Fitnessstudios gibts hier leider nicht.
Dann merkt man, dass man langsam zu den alten Hasen gehört. Ich liebe es zwar, weil ich Frischverletzten jetzt endlich auch nützliche Tipps geben kann und so. Aber trotzdem. Man bekommt vor Augen geführt, was sich sonst so leicht verdrängen lässt: Die Zeit läuft. Und ich nicht.
4 Jahre, bald 5. Und immer noch "nichts". Das ist dann schon immer so ein Moment, der einen grübeln lässt. Naja, hilft nichts.
Und am schlimmsten: Man trifft lauter Simulanten. Hobby-querschnitte (wie sie von uns richtigen Querschnitten gerne genannt werden. Natürlich der pure Neid). Die, die Glück hatten und wieder laufen können, oder zumindest etwas. Und da ist jeder von uns Eifersüchtig. Und auch bei mir ist das nicht anders. Kann man ruhig mal zugeben. Und man denkt sich immer :"Warum kann mein verdammter Körper das nicht" und ist sauer auf seinen Körper.


Ja und va. die letzten beiden Gedanken war die Woche nach Reha in meinem Köpfchen. Die musste ich jetzt erstmal wieder leiser bekommen und mich auf mich konzentrieren.
Noch ganz hab ich das nicht geschafft. Ich bin noch immer ziemlich sauer auf meinen Körper, aber die Wut wandelt sich wieder in Motivation um, um immer weiter zu trainieren, und (auch wenn ich es HASSE wenn jemand das sagt:) weiter kämpfen. (Oh ne jetzt wo ich es geschrieben hab, ist mir dieses "kämpfen"ekelhaft, wenn das jemand von sich sagt^^ok egal, tschüs)






Donnerstag, 17. August 2017

Reha - Tag 10

Tag 10

Ich hab gleich Massage . Und die hab ich bitter nötig! Weswegen ich mich drauf freue. Ich hab nur Angst vor dem Weg. Von meinem Zimmer 5 Meter zum Aufzug , mit dem runter und nochmal 20 Meter zur Massage. Und mir tut alles weh! Jeder einzige funktionierende Muskel. Ich schaffs in meinem Zimmer mit Mühe ins Bad. Warum? Tag 9 hat es übertrieben.
Physio um 9.45 ich hatte schon keine Kraft für leichte Übungen, wegen den Tagen zuvor. Anschließend 1 Stunde Kraftraum. Mittagessen und um 12.30 wieder Therapie. Also schon vollkommen am arsch. Ab 16.30 dann Rugby bis 18 Uhr. Geil! Abendessen. Und von 19 - 21 Uhr Tischtennis (mit Rundlauf natürlich)
War ein verdämmt geiler Tag! Hätte gerne jeden Tag so einen Ablauf.
Aber meine Muskeln sind damit etwas überfordert ^^
So ich muss los. Bis dann

Sonntag, 13. August 2017

Spendenkonto

Weil einige gefragt haben:

Ja, ich hatte und habe ein Spendenkonto. Gerade am Anfang wurde viel gespendet, wir waren überwältigt. Und bei allem was anfiel leider auch nötig^^ und das Leben im Rollstuhl wird, wie ich schon oft erwähnt hab, nicht billiger. Ich will nicht um Geld betteln, und wer nichts spenden möchte, oder es nicht gut findet , ignoriert es einfach.
Wir haben noch immer einiges abzubezahlen.
Und weil, wie gesagt, einige gefragt haben, hier, das Konto, auf das meine Spenden kamen/kommen:.
Find ich lieb von euch, danke! :-)




Amelie Ebner
Sparkasse Freising:
IBAN: DE48700510030025450727
BIC: BYLADEM1FSI

Samstag, 12. August 2017

Reha Tagebuch



Tag 1:
Geil. Mit unter meine liebsten Leute der letzten Jahre hier. Geiles Essen!

Tag 2:
Therapie! Sehr gut! Kraftraum: Mega! Und zur Krönung Rugby gespielt

Tag 3:
Essen noch immer super. Mein Buch verkauft sich. Therapie, eine Stunde Kraftraum. Langsam etwas muskelschmerzen

Tag 4:
Kann mich jemand füttern? Ich kann meine Arme nicht heben, aber das Essen ist so gut...

Tag 5:
Handbike-tour. Gegen Muskelkater hilft nur weiter trainieren.
Morgen (Sonntag) mach ich langsamer, sodass ich Montag voll durchstarten kann

Montag, 7. August 2017

Urlaub

Morgen gehts für mich für 3 Wochen auf Reha! In meine geliebte reha im Schwarzwald!
Bin sehr froh, nicht nur wegen den Leuten, der Therapie usw., sondern vor allem weil Ablenkung genau das richtige gerade ist. Ein mir im letzten Jahr sehr ans Herz gewachsener Mensch ist heute für 2 Jahre nach Amerika. Kleines Herz gebrochen. Bett wieder allein für mich. Abschied ist wirklich nicht mein Ding. Ich vermeide sie, wo ich nur kann.
Ich Gehör zu der Sorte, die am Abend davor sagen : "alles Gute, aber wir sehen uns ja morgen früh nochmal zum verabschieden" und dann am nächsten Morgen nicht auftauchen. Tut mir leid, aber diese Emotionen. Das kann ich nicht. Das ist peinlich. Ne, mag ich nicht. Aber Reha. Reha mag ich! (Wenn das nicht mal eine krasse Überleitung ist). In diesem Sinne: ich werde berichten!

Mittwoch, 2. August 2017

eher kein Türsteher

Bewerbung zu einem Nebenjob:

Was ich kann:
Nicht viel. Wirklich. 80% meines Körpers hört nicht auf mich.
Reden. Aber auch nur über etwas, das mich interessiert.
Sitzen, still sein, schön aussehen.
Schreiben (Allerdings mit Rechtschreib und Grammatikfehlern.)
Pünktlich sein, Gewissenhaft, meistens höflich
Fair und Faul sein
bin einigermaßen intelligent


Was ich nicht kann:
Botendienste, Kaffe machen, Essen holen.
Ausgeglichen mit meinem Sanitätshaus reden.
Nett zu Leuten sein, die unfair sind
Langsam arbeiten. Ich hasse Leute, die langsam arbeiten.




Erwünschtes Gehalt: möglichst hoch
Erwünschte Arbeitsstunden: Möglichst wenig. Studiere, Hab Therapie und brauche zuhause mehr Zeit für alles.


Wer mich einstellen will, gerne Email an mich.




Ich suche einen Nebenjob. Warum? Geld. Mein Papa ist 70 Jahre alt und arbeitet den ganzen Tag. Genauso meine Mutter (nur dass sie nicht 70 ist) und das Leben mit Rollstuhl ist einfach verdammt teuer. Noch dazu als Student: Bücher, essen, mein Notizzettel und Textmarker-Fetisch (man kann nie genug davon haben, ich liebe sie einfach). Benzin, da ich zwar kostenlos die Öffentlichen nutzen kann, aber damit ich überhaupt in den Genuss dieser komme, muss ich zuerst zur 15 km entfernten U-Bahn-Station fahren. (Der aufmerksame Buch-Leser weiß warum). Dann jeden Monat 30€ für meine Studienbegleitung.

Ich würde einfach gerne mal wieder Geld für mich haben.

Alles, was ich bisher verdient habe, ist in mein Querschnitt-Ich geflossen.
Auto: 13.000€ (Mein Papa hatte für mich eigentlich ein gebrauchtes Auto für 500€ gekauft gehabt. Nach meinem Unfall hat es aber wenig Sinn gehabt. Gangschaltung + Umbau zu teuer)
Trainingsgerät: 15.000€
Rollstuhl + Handbike: 14.000€

und das waren nur die großen Anschaffungen. Was noch alles dazu kommt will ich gar nicht aufführen.
Natürlich konnte ich nur einen Bruchteil davon zahlen. Wie meine Eltern das machen? noch härter Arbeiten. Alles, was ich bekommen habe, gebe ich selbstverständlich an meine Eltern ab. Spenden, Verdienste, Geld von Verwandten..Aber natürlich reicht das nicht.

Was ich mit diesem Post will? Meckern, Mitleid, mich beschweren? Keine Ahnung. Vielleicht einfach Verständnis und raus lassen, was mich beschäftigt. Wie immer.

Was mich fertig macht ist, dass es so weiter gehen wird. Nur dass ich mein Geld nicht freiwillig an meine Eltern abgebe, sondern an den Staat. So ist das bei uns schwerbehinderten. Geld verdienen dürfen? Ne. Wir können doch nicht einmal denken? Oder?

Zurzeit sind diese Gedanken bei mir so präsent, weil ich mir ein Macbook anschaffen wollte. Ich hab es ausprobiert und mich verliebt. Ich komme damit so verdammt gut klar. Vor allem, weil ich Windows über alles (fast alles, davor ist noch mein Sanitätshaus und meine Lieblings Lehrkraft) hasse. Ich check es einfach nicht. Ich blick nicht durch. Nach 3 Jahren noch immer nicht. Nach meinem Buch wollte ich mir das für die Uni leisten. Aber ist eben leider nicht drin.

Noch eine Sache:
Ich würde gerne arbeiten. Aber ich hab einfach so wenig Zeit, dass ich es seit einem Jahr nicht mehr zum Rugby-Training schaffe. Am zeitraubendsten ist einfach alles was Pflege betrifft. Wenn nicht Querschnitte nur wüssten wie viel Zeit alles kostet.


Lange Rede, wenig Sinn:
Wer hat eine Idee was ich machen könnte?
Typische Studentenjobs? Kellnern? ...brauch ich glaub ich nicht viel dazu sagen, warum das nicht funktioniert, außer:
"Ja, ich bringe die 10 Gläser gleich. Dauert nur 20 Minuten, weil ich jedes einzeln bringen muss."
"Könnten sie die Stühle verrutschen, ich komm hier nicht durch"
Geil wäre Natürlich in einer Anwaltskanzlei zu machen. Aber was Studenten da machen, kann ich halt einfach auch nicht: Kaffee machen, Botengänge, Regale einräumen,... .
Deswegen: Hat jemand Erfahrung, Ideen, Vorschläge, Jobangebote?


Danke und kein Entschuldigung für die Gedankensprünge und emotionale Achterbahn.