Freitag, 4. November 2016

so what?


Ich sitze im Rollstuhl. Aber ich seh das nicht als Problem, das mich irgendwie in punkto Gesellschaft, Arbeitsleben usw einschränkt. Ich lass mich nicht Diskriminieren, weil ich kein Problem damit habe.
Es fängt aber schon viel früher an.  Ich bin eine Frau. Aber ich hab mich dadurch noch nie Einschränken lassen. Ich hab noch nie gedacht 'oh, ich bin eine Frau, deswegen kann ich nichts erreichen' , oh, bin eine Frau, ich muss tun, was man(n) von mir verlangt, oh , ich bin eine Frau, ich werde mich auf dem Arbeitsmarkt nie durchsetzen können'. Für mich hat das in meinem Leben noch nie eine Rolle gespielt. Ich hab mich noch nie verunsichern lassen. Es nie als Problem gesehen, eine Frau zu sein. Und genauso sehe ich es nicht als Problem im Rollstuhl zu sitzen und mich deswegen irgendwie benachteiligen zu lassen. Versteht ihr?
Natürlich ist man als Rollstuhlfahrer in den meisten Bereichen benachteiligt, nicht-rollstuhlgerechte Orte, usw. aber das lass ich jetzt alles außen vor.
Ich sitze im Rollstuhl, aber warum sollte ich dadurch nicht die gleichen Chancen haben, wie alle anderen auch?
Ich bin eine Frau, aber warum sollte es mich irgendwie einschränken?
Es ist mir einfach egal. Es sollte jedem egal sein.
Das einzige, das mich nervt ist, dass Menschen mich gerne nur als Rollstuhfahrerin sehen, die sich für Behinderte einsetzt. Aber ich bin auch Frau, die sich für Frauen einsetzen kann. Aber vor allem bin ich Mensch, der für alles stehen kann, was er will.


Ich bin keine Feministin, bin keine Behindertenbeauftragte(noch nicht, und wenn, dann wird einiges anders laufen). Ich mag diese Hardcorefeministinen nicht. Die Männer hassen und sich einschüchtern lassen. Und ich mag Hardcorebehinderte nicht, die Gesunde hassen und sich einschüchtern lassen. Warum?


Ich bin eine Frau, so what? Ich sitze im Rollstuhl, so what?
Heißt nicht, dass ich euch nicht in den Arsch treten kann.