Sonntag, 20. Januar 2019

wer so fragt ist dumm.

"Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten"

Das Sprichwort stammt definitiv von jemandem, der noch nie im Rollstuhl saß. 

Es gibt so viele dummen Fragen. So, so viele. 

"Wieso brauchst du Schuhe? Du läufst doch eh nicht."
- Ok, wir ignorieren also die Tatsache, dass Schuhe auch dem Schutz dienen, nicht nur der Sohlen, sondern, dass auch ein Rollstuhlfahrer gerne mal mit den Füßen irgendwo anstößt. Vom warm halten ganz zu schweigen.

"Wieso kaufst du dir dann teure Schuhe, mit gepolsterter Sohle? Du läufst doch eh nicht."
- Ok, und wieso kaufst du dir keine Birkenstock, wenn es doch beim laufen auf die Ergonomie ankommt. Wir ignorieren also die Tatsache, dass Schuhe Mode sind. 


"Vermisst du es zu laufen?"
- ne finds eigentlich geil so. 

"Kannst du Sex haben?"
- ne wird alles zugenäht. 

"Ich weiß, du kennst mich nicht, aber wie viel spürst du bei Sex?"
- Ok, wie groß ist dein Schwanz?
"Warum so ne Antwort? Ich frag doch nur aus Neugier!"
- ok, ich auch. 


Samstag, 12. Januar 2019

Querschnitt für Anfänger

Ich weiß nicht, ob es nicht vielleicht ein Fehler ist, mein Buch als Frischverletzter zu lesen. Oder generell irgendein Buch von nem „erfahrenen Querschnitt“, wenn man noch ganz frisch in der Querschnitt-Welt ist.
Warum?
Ichglaube, es ist gut, dass man unerfahren und naiv an die Sache angeführt wird. Hätte ich damals schon gewusst, was auf mich zukommt, was Querschnitt und was Tetra sein heißt, ich wäre wahrscheinlich im Krankenhaus schon unter gegangen.
Das erste, das ich gedacht habe, war „geil, parken am behindertenparkplatz“. Dass es davon zu wenige gibt, diese meist zugeparkt von faulen Leuten sind und selbstständig Autofahren, vom Ein und Aussteigen und Rollstuhlverladen noch mal ne andere Hausnummer ist, soweit hab ich gar nicht gedacht. Und das war gut. 
Eine der ersten Sachen, die meine Mama mir erzählt hat, war, dass sie auch mal einen Kumpel in dem Freundschaftskreis hatte, der im Rollstuhl saß und der auch immer mit weggegangen ist. Ich dachte, natürlich kann ich noch feiern mit meinen Leuten. Dass man angestarrt wird, wie ein Mensch vom andern Stern, dass man nur Ärsche und nen Schritt vor sich hat, dass man in die meisten Örtlichkeoten dank Treppen nicht rein kommt, wusst ich nichts. Von „meinen Leiten“, die nach und nach verschwinden ganz zu schweigen. Und das war gut. 
In Murnau gab es Rollstuhltraining. Gruppe 1 und Gruppe 2. Gruppe 1 Paraplegiker. Gruppe 2 Tetraplegieker und die alten Leute. Hab ich nicht verstanden warum. Ich hab immer gehört, wie es bei den Paras hieß „heute wieder Treppe runter fahren trainieren“. Bei uns „heute hab ich eine besonders schwere Aufgabe: Ihr werdet über eine 1 cm hohe Matte fahren“. (Side fact: hab das erst in der nächsten Stunde geschafft). 
Ich hab gefragt :aber irgendwann kann ich doch bestimmt auch Treppen runter fahren und Stufen hoch?“
Mein Trainer: Hmmhmm, vielleicht, also hmm. Eher nicht, eigentlich gar nicht. Aber vielleicht bestimmt. 
Ich dachte mir nur, jaja. Natürlich werde ich das schaffen. Warum nicht?
Heute weiß ich: ein Scheiß werd ich. Nie im Leben. Treppen runter, ja. Aber nur mit sämtlichen Knochenbrüchen. Aber niemals gezielt und ausbalanciert. Ich hab die Fingerfunktion nicht um meine Reifen zu halten, und auch die Kraft nicht. Und damit meine ich nicht die Kraft, die man antrainieren kann, sondern die Muskulatur in den Armen, die sich nicht ansteuern lässt. Von der Rumpfstabilität ganz abgesehen.
Aber es war gut, dass ich naiv war. Ich hab dadurch trainiert. Ich hatte Hoffnung. 
Ich hatte im Krankenhaus etwas, auf das ich mich gefreut hab: nach Hause zu kommen, meine Freunde wieder zu sehen. Hätte ich gleich zu Beginn gewusst, dass keiner auf mich warten wird, wer weiß wie ich das Krankenhaus überstanden hätte. 
Hätte ich gewusst, wie schwer es ist, nicht als „die im Rollstuhl“ gesehen zu werden, wer weiß ob ich dann überhaupt mein Studium begonnen hätte.
Hätte ich im Krankenhaus gewusst, was für einen Kampf man tagtäglich mit den Krankenkassen kämpfen muss, wer weiß wie sehr ich mich auf meine Fortschritte konzentriert hätte. 
Naivität kann gut sein. Kann Hoffnung geben und dein Leben einfacher machen. Du hast noch keine Ahnung, was auf dich zukommt. Du kannst nicht aufstehen, dich nicht bewegen und das ist Schock genug. Dass du nicht „in 2 Wochen spätesten laufend wieder rausspazierst“, sondern die nächsten 8 Monate hier bleibst, 3 Monate beatmet, ernährt wirst. Nach 2 Monaten das nächste mal erst wieder Sonnenlicht siehst, keine Freunde mehr haben wirst und das mit dem laufen auch nicht so klappt weißt du nicht. Und das ist gut. Denn so kommt nicht alles auf einmal. Das Querschnitt-Leben kommt schritt für schritt auf dich zu. Und das ist gut.
Und ich habe Angst, mein Buch und auch alle anderen Bücher, nehmen diese Hoffnung.

Andererseits gibt es natürlich auch Motivation und Hoffnung in anderer weiße. Zu sehen, dass es auch im Rollstuhl noch läuft. Dass man neue Freunde findet, dass man immer mehr dazu lernen kann. Dass man kräftiger wird und es eine Zeit nach dem Krankenhaus gibt, dass man irgendwann da raus kommt. Dass es liebe Menschen gibt, die einen unterstützen. Dass man sich nicht unterkriegen lassen soll und dass andere es auch geschafft haben. Dass man Leuten weiterhin in den Arsch und auf den Schlips treten kann. Dass man nicht auf eine spezielle Schule geschickt werden muss und dass man ein wundervolles Leben haben kann. 

Ich glaube, ich würde nochmal Bücher rausbringen. Aber zwei verschiedene. 
Querschnitt für Anfänger. Und Querschnitt für Fortgeschrittene
Das Buch für Anfänger haut nicht so mit Fakten um sich, sondern beschriebt mehr den Weg, die Zeit durchs Krankenhaus und wie man es „,,, trotz Rollstuhl“““ (das lesen frisch verletzte und Fußgänger ja so gerne)schafft, sein Abitur zu machen, zurück in die Arbeit zu finden und dass man trotzdem feiern gehen kann und vielleicht ein paar Beispiele von Leuten, die inkomplett genug waren und wieder laufen können. Ist nämlich das erste wonach Verwandte und Freunde und man selbst als Frischverletzter sucht. Und wie gesagt; ein bisschen Naivität und Hoffnung ist gut. Dann vielleicht noch 10 Anfänger-Tipps. Tipp 1: glaubt dem Typen vom sanitätshaus kein Wort und sucht euch einen erfahrenen Rollstuhlfahrer zum Anpassen des ersten Rollstuhls. 

Das Fortgeschrittenen Buch ist dann die knallharte Realität. Dass es die wenigsten sind, dies aus dem Rollstuhl schaffen. dass man aber eben nicht alleine ist und nicht der einzige Depp, der so viel trainieren kann wie er will und trotzdem nicht laufen kann (Stichwort: XY hat viel trainiert, jetzt kann er wieder laufen! Disclaimer: Bullllllshiiiit. Sein Rückenmark hat sich erholt, er hat trainiert und deshalb kann er wieder laufen. Bekommt das in eure Köpfe)
Außerdem gibts Tipps für den Umgang mit der Krankenkasse und wie man mit den Blicken der Leute umgeht und Rollstuhlfetischisten erkennt. 



Hoffnung und Naivität sind gut. Gerade am Anfang. Nicht mal ich, als die Königin der Pessimisten, hat auch nur ansatzweise erahnt, was da alles auf mich zu kommt. Und das war gut. 
Und gleichzeitig war es gerade der Kontakt mit altrollstuhleingesessene, der mich aufgebaut hat. Mir Motivation gegeben und Angst vor der Zukunft genommen hat. 

Vielleicht ist mein Buch also doch nicht so schlecht. 

Sonntag, 25. November 2018

Die fabelhafte Welt der Amelos

Das hier wird ein Guide für Frischverletzte Frauen (vielleicht auch Männer), die wieder auf social Media und co unterwegs sind.
Was genau? Ich will erklären.

Wenn man sich als Rollstuhlfahrer auf social Media zuziehen gibt, lockt das gerne fragwürdige Personen an. Ich nenne es beim Namen: Männer, die sich einen wichsen auf deine Bilder im Rollstuhl. Männer, die geil werden, wenn sie deine gelähmten Beine sehen. Männer, die einen steifen bekommen, wenn du sagst du sitzt im Rollstuhl. Kurz: Rollstuhlfetischisten. Amelos genannt. (Genau mein Humor. Sollte ich jemals eine Pornodarstellerin werde, wird mein erster Film "Die Fabelhafte Welt der Amelos" heißen. Bedarf wäre da, Geldnöte auch. Aber vorerst bleib ich bei Jura)

Überspitzt? Vielleicht. Realitätsfern? Nein.
Und um das Klar zustellen: Ich habe keinen Problem mit dem Fetisch. Ich hab mit überhaupt keinen Fetisch ein Problem. Für seine Vorlieben kann niemand etwas. Daher verurteile ich auch den Fetisch an sich nicht. Jedem das seine. ABER. ABER liebe Amelos. An der Umsetzung - da arbeitet ihr bitte dran. Ich persönlich, und ich möchte behaupten der Großteil der Rollstuhlfahrer - teilt eueren Fetisch NICHT. Und nur weil ich gerade euren Fetisch verkörpere, sollte das nicht Grund genug sein, mir zu schreiben. "Geil, spürst du deine Beine"; "Deine gelähmten Beine sind so geil" usw.
Das ist respektlos. Das ist ekelhaft. Und nervig. Sehr nervig.

Kategorie 1:
Es gibt diese offensichtlichen Amelos. Mit Profilbild. (Ohne euch zu nahe treten zu wollen - aber ihr tuts ja auch - meistens Männer mit etwas zu viel auf der Wage um die 50. Schonmal fragwürdig dann eine 22 jährige anzuschreiben...aber gut.)
Die schreiben dann ganz klar: "Ich find deine Beine geil" und so weiter.
Ich blockiere immer direkt. Klar, dass sich jemand auf meine Bilder einen wichst kann man nicht verhindern. Ist mir persönlich aber ehrlich gesagt auch egal. Aber mir zu schreiben finde ich wiederum ekelhaft. Und da die meisten ja bereits ersteres ekelhaft finden, einfach hier der offenkundige Vorschlag: Blockieren.

Kategorie 2:
Hier wird's schon schwieriger. Aber mit einiger Erfahrung enttarnt man auch den Typ schnell:
Profilbild: Rollstuhl, aber nur die Füße/Beine.
Das sind Amelos, die von einem Rollstuhlfahrer das Profilbild klauen und dann nur die Beine ausschneiden. Man könnte ja erkannt werden und damit entlarvt. Die schreiben dir dann und wollen mit dir über das gleiche Schicksal reden. "Wie ist das bei dir eigentlich mit dem Sex? Hast du da AUCH Probleme?"
Bullshit. Die wollen einfach nur Nachrichten zum drauf abgehen. KEIN Rollstuhlfahrer hat so ein Profilbild. Das ist Bullshit.


Kategorie 3:
Und ich würde fast sagen eine Unterkategorie zu 2. Hier haben sie ein Profilbild mit einer Frau im Rollstuhl. Gerne auch nur eine Zeichnung. Oder ein Engelchen im Rollstuhl. Ihr wisst schon, diese düsteren Bilder, die entweder 13 jährige Emo-Girls posten oder 50+ Personen auf Facebook teilen.
Und auch an dieser Stelle: KEIN Rollstuhlfahrer der Welt nimmt so ne scheiße als Profilbild. Wir sind entweder zu stolz, und zeigen uns oder eher umselbstbewusst und zeigen gar nicht, dass wir im Rollstuhl sitzen. Aber niemand nimmt so ein Profilbild!
Die geben sich als Frauen aus - weil natürlich redet Frau mit einer Frau schneller über Sex und wie das so ist mit den gelähmten Beinen und ob man die auch Massieren muss.
Haha. ihr seid so dumm. Ganz ehrlich. Wer meint ihr glaubt euren Scheiß. Sorry kurzer Aussetzer - weil so lächerlich.
Also hier auch: einfach nicht antworten und blockieren. Kein Rollstuhlfahrer schreibt euch so an.

Kategorie 4:
meine persönlichen Lieblinge. Hier ist es extrem schwer abzugrenzen. Aber im Zweifel gegen das Gegenüber und für die eigene Persönlichkeit und blockieren.
Die "Hallo, ich hab ein Referat in der Schule und würde gerne wissen, wie das so ist mit den gelähmten Beinen, massierst du die?"
Ihr haltet das vielleicht für einen Scherz, aber ist es nicht. So schreiben mich oft Leute an. Und wenn zu erkennen ist, das es wirklich eine Schülerin ist, weil dementsprechendes Profil, dann hab ich auch vereinzelt antworten gegeben. Auch nicht immer, weil ich kein Bock hab oder Ichs einfach nicht wollte. Aber ganz oft sind das Fake.Profile, die tatsächlich glauben, man wäre dumm genug das zu glauben. Ich hab auch mal mit einem Amelo geschrieben, weil ich eben auch die andere Seite kennen lernen, verstehen will. Und der hat ganz offen zugegeben, dass er es so auch schon öfter versucht hat.
Und auch hier, liebe Rollstuhlfahrerinnen, fallt nicht darauf rein. Blockieren und ende.

Kategorie 5:
Gefährlich, weil: ganz normale Leute. Natürlich. Jeder Amelo, ist ein ganz normaler Mensch. Aber dieser Fetisch versteck sich wie gezeigt eben gerne.
"Aber Amelie, so wie du reagierst zeigt es doch, dass sie sich verstecken müssen?"
Nein. Wie gesagt Verurteile ich keinen Fetisch. Ich verurteile, wenn ihr mich als versteckter Amelo anschreibt, vorgebt die Gleiche Beeinträchtigung zu haben und mich darüber auszufragen.
Wir Rollstuhlfahrer reagieren auf Amelos mit Unverständnis und wollen keinen Kontakt? Das ist unser gutes Recht. Wär ja noch schöner, wenn jeder sich zur Verfügung stellen müsste, der gerade deine Vorliebe verkörpert. Nur weil es von uns Rollstuhlfahrern nicht viele gibt und vielleicht vor allem, weil es nicht dementsprechende Möglichkeiten gibt, diesen Fetisch z befriedigen, heißt das nicht, dass wir uns für diesen Fetisch zur Verfügung stellen müssen. Allein der Gedanke ist dumm.
Ich muss zugeben: ich selbst hatte mal eine kurze Beziehung mit einem Rollstuhlfetischisten. (Amelie und der Amelo) . Ich habe es nicht gecheckt. Erst mit der Zeit sind mir Sachen komisch vorgekommen und als ich dann erfahren habe, dass er auch mit einer Bekannten im Rollstuhl was hatte, war die Sache klar. Mittlerweile schreibt er auf Insta unter sämtlichen Rollstuhlfahrerinnenbildern Kommentare. Klar, war es ein Typ wie jeder andere. Und wie gesagt verurteile ich den Fetisch nicht. Aber ich teile ihn eben nicht. Ich kann ihn nicht nachvollziehen. Und das muss ich auch nicht. Daher getrennte Wege. Und ich persönlich kann mit einem Menschen, der darauf abfährt eben einfach nichts anfangen.




Ich hab schon so viele solcher Anfragen bekommen. Gerade am Anfang hatte ich nicht überrissen, dass es so einen Fetisch gibt. Leute, die auf meine Hilflosigkeit geil werden. Und ich hab bestimmt am Anfang mit solchen Leuten geschrieben. Aber mit der Zeit erkennt man die auf den ersten Blick. Jedem das seine. Meins ist es eben nicht.
Und vielleicht kann ich ein paar Rollstuhlfahrerinnen davor bewahren
Und vielleicht überdenkt der ein oder andere Amelo sein vorgehen.

















Donnerstag, 15. November 2018

Nicht so dumm wie ich aussehe.

Ich hab einen Briefumschlag von meiner Universität erhalten. Dachte zuerst es geht um irgendwelche Änderungen über Beitragszahlung oder Einladung zur Weihnachtsfeier. Wollte es fast ungelesen wegwerfen.
Hab dann doch reingeschaut und einen Flyer gesehen: Bayrische EliteAkademie, 2 Briefe waren drin, hab die erste Zeilen von einem gelesen:

"Liebe Studentin, lieber Student,

Sie waren im letzten Semester unter den Besten in ihrem Studiengang. Dazu gratulieren wir Ihnen herzlich!", und es folgten hinweiße zur Bayrischen EliteAkademie.

Ok, wohl doch Werbung. Bekommt sicher jeder.
Hab den zweiten Brief angeschaut

"Sehr geehrte Frau Ebner,

Ihr Prüfungsamt hat ermittelt, dass Sie bei Ihren Prüfungen herausragend gut abgeschnitten haben. Dazu möchte ich Ihnen im Namen der Hochschulleitung ganz herzlich gratulieren.

Die Universität ermutigt Sie mit Blick auf Ihren Prüfungserfolg dazu, sich intensiv mit dem Thema Bayrische Eliteakademie auseinanderzusetzen und eine Bewerbung [...] zu erwägen."

Ich konnte es nicht wirklich glauben. Dachte immer noch an Werbung. Als ob ich, Dorfdepp vom feinsten, zu den besten im Jurastudium in München gehöre.
Ich hab meinen Freundinnen geschrieben: "Nein Amelie, das bekommen wirklich nur die 10% besten"

Was zur Hölle. Mein Herz hat plötzlich so unendlich geklopft, ich hab sogar meine Mama angerufen - und ich rufe eigentlich nie jemanden an - weil ich es ihr sofort sagen musste.
Ich, Amelie. Die in der Grundschule gesagt bekommen hat, sie soll doch bitte auf die Realschule gehen. Die auf dem Gymnasium zu hören bekommen hat, sie solle doch bitte vom Gymnasium runter. 2 Jahre verspätet Abitur gemacht, mit einem 2,0 Schnitt. Ich bin unter "den Besten".
haha. ich war noch nie unter den Besten. Wie geil fühlt es sich bitte an, für harte Arbeit belohnt zu werden. Ich verstehs noch immer nicht. Ich glaub auch ich hatte auch viel Glück mit Korrektoren usw. Aber ich glaube auch, ich hab mir einen Teil selbst zuzuschreiben. Und ich glaube ich bin zum ersten Mal in meinem Leben fast stolz auf mich.

Ich werde auf jeden Fall zu der Infoveranstaltung gehen. Leider kostet das ganze auch etwas. Nicht wenig. Aber so eine Chance bekomm ich nie wieder. Ich bin gerade auch bisschen überfordert damit. Ich hab noch nie von der Bayrischen Eliteakademie gehört. Mich noch nie damit befasst. Anscheinend hoffen alle, sie bekommen so einen Brief. Und ich Depp hab noch nicht mal davon gehört. Warum auch? Ich zähl mich was schule/Uni angeht immer zumuteten Drittel. Einfach weil ich da 11 Jahre (bis zur zehnten Klasse, hab die 8. ja zweimal gemacht -uppsi- und erst ab der zehnten Klasse wurde ich besser) hingehört hab.
Ich werde es einfach versuchen und mich bewerben. Da auf soziales Engagement geachtet wird, werde ich vermutlich eh nicht angenommen, weil ich leider noch nie etwas dahingehend gemacht habe. Vielleicht hilf mir mein Buch weiter. Und wenn wir bei dem Thema sind: Ich würde gern mehr für Inklusive machen. Aufklären. Also an alle GUTEN Vereine, die nicht verarschen, ich unterstütze euch gerne.
Zurück zum Thema. Ich bin fast stolz.
Und muss mich jetzt erstmal sammeln und mich genauer informieren. Ich fühl mich jetzt auch etwas unter Druck gesetzt. Ich will gut bleiben.
Ich halte euch auf dem Laufenden.

Wer mit dieser Akademie Erfahrung hat, kann mir ja auch gerne schreiben.









Samstag, 10. November 2018

Verein mit Behinderung

Ich bin mal wieder dezent aggressiv.
Ich denk mir immer: "Ok, das war jetzt der endgültige Höhepunkt. Schlimmer kann es nicht werden." Dann kommt eine Organisation daher und toppt sich selbst immer und immer wieder.

Wie kann man so ein inkompetenter Haufen sein?
Es macht so aggressiv.

Ich fang mal vorne an, wobei ich nicht weiß, was ich sagen darf, was nicht. 
Ich brauch eine Studienbegleitung. Und die muss bezahlt werden. Zum Glück leben wir in Deutschland und das wird zum größten Teil (monatlich hab ich einen bestimmten Betrag selbst zu zahlen) übernommen. So weit, so gut. Und dafür bin ich auch dankbar. Dass ich studieren kann. Dass jemand bezahlt wird, damit ich studieren kann. 
So. Jetzt muss das alles aber organisiert werden. Und da tritt der unnötige Verein hinzu, der nur Geld und Nerven kostet, ansonsten aber nichts kann. 
Ein Verein "für Behinderte". Der sich für behinderte einsetzt. HAHAHAHAHAHHAHAHAHAHA. Am Arsch. 
Nichts. Aber auch wirklich gar nichts bekommen die auf die Reihe. 
Studienbegleitung? Muss ich selber suchen. Grundsätzlich verständlich. Ich versteh, dass sich immer weniger finden, die Assistenz für Behinderte machen, gerade weil es keinen Zivildienst mehr gibt. Und daher such ich auch gerne jemanden. So dass ich jemand hab, der mir sympathisch ist. aber dass keinerlei initiative gezeigt wird, jemanden zu suchen? 
Begründung: Sie wohnen so weit außerhalb, da findet sich keiner. 
DIE WERDEN BEZAHLT! schwache Ausrede für Faulheit. 
Aber wie gesagt. Dass ich selbst suchen muss, weil sich in ganz München niemand findet, der den Job macht - gegen Bezahlung - ok.
Antworten auf E-Mails? Grundsätzlich eine Woche später. 
Wenn ich aufgrund von Krankheit einen Ersatz brauche ? Unmöglich
Ich ruf an: "Hallo, hier ist Amelie Ebner .." aufgelegt. ok. Danke. 

Mein Zuständiger Assistenzdienstleiter ist wie immer im Urlaub - Ich wende mich an die Stellvertretung - "Ihr Zuständiger ist 3 Wochen im Urlaub - versuchen sie es dann nochmal"

Ich muss in die Uni! Ich hab Klausuren! 
Den gesamten Dezember werde ich wohl nicht in die uni können. Meine Studienbegleitung hat Urlaub. Ersatz? gibt es nicht.
Und ich wette! es wird nicht einmal gesucht. Denn es gab keinerlei Rückfragen, von wann bis wann ich jemanden brauche. Es wurde keine einzige Frage gestellt, welche Hilfe ich brauche. Da frag ich mich, wie die jemanden suchen, wenn sie nicht wissen, was sie suchen. Verarsche. Komplette verarsche. Komplett unnütz Geldverschwendung. 
Das sind nur wenige Sachen. Jede Woche setzt diese Organisation einen drauf. Es ist so traurig. 
Ich frag mich, was Leute machen, bei denen es nicht um Hilfen bezüglich Uni geht, sondern um fürs Überleben wichtige. Leute die alleine sind und auf Hilfe angewiesen sind, für die eingekauft werden muss und zu denen die Woche keiner kommen kann, weil "5 Stationen S-Bahn fahren ist zu weit"

Ich bin jetzt schon 3 Jahre bei dieser Organisation. Jedes Mal die Frage "können sie nicht direkt zur Uni kommen, da könnte sie jemand abholen und begleiten"
ALTER! Ich brauche einen Begleiter, weil ich eben NICHT ALLEINE AUS DEM HAUS KOMME, GESCHWEIGE DENN ZUR UBAHN, GESCHWEIGE DENN ZUR UNI111!!!11!1
Mein Papa hat mich 3 Jahre jeden Tag zur Schule gefahren und abgeholt. Er ist über 70 und arbeitet! Wie wir , vor allem er, das geschafft haben, weiß ich im Nachhinein auch nicht. Nein! er kann mich nicht jeden Tag 1 Stunde zur Uni fahren und abholen. 
Man. Ich würde so gern so viel mehr erzählen, was da schon alles schief gelaufen ist, aber darf ich höchstwahrscheinlich nicht. 
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, bekomm ich gestern eine Rechnung. 785 €. Bitte an uns überweisen. 
Für Praktikumsbegleitung. Auch längere Geschichte.  Ich bin seit 3 Jahren bei euch. Den größten Teil übernimmt der Bezirk. Ich hab sicher keine 785 €. Wie kommen die plötzlich auf die Idee, mir das in Rechnung zu stellen. Ich hoffe das klärt sich morgen auf. Natürlich kam der Brief Freitag morgen und natürlich war Freitag niemand mehr zu erreichen. Was zur Hölle. Einfach nicht zu verstehen. Man fragt, ob die Praktikumsbegleitung möglich ist, es heißt "Kein Problem" und dann sowas. 

Es ist so traurig, wie viel Geld mit uns gemacht wird, wie wenig im Endeffekt für uns gemacht wird und man sich im Endeffekt um alles selbst kümmern muss und die Fehler der anderen ausbügeln. 
Und die Organisation ist keine Ausnahme. ALLE Vereine, Organisationen, alles was mit Behinderten zu tun hat, ist so. So meine bisherige Einschätzung.
Mit uns kann Mans ja machen. 
Zum einen kann man alles so teuer machen, wie man nur möchte, denn wir kommen nicht drum rum einen Rollstuhl (5.000€+), ein Sitzkissen (900€+), einen Duschrollstuhl (600€+) zu kaufen. 
Apropos Sitzkissen: Mein Sitzkissen ist 5 Jahre alt. Sollte alle 3 Jahre erneuert werden - man sitzt jeden Tag drauf - Dekubitus ist das schlimmste, was dir als Rollstuhlfahrer passieren kann . Bekomm kein neues, weil ich den Rollstuhl selbst gezahlt habe. Logik, danke. Ich hab keine 785€, ich hab auch keine 900€. 

Es ist so anstrengend. So zum kotzen, wie schwer einem das Leben gemacht wird. Wenn ich mich "für Behinderte" einsetze, sollte ich doch Barrieren abbauen. Zumindest ihnen keine Steine in den weg legen. Die wissen, sie bekommen ihr Geld. Wenn dann jemand nichts zu essen hat, weil keiner einkaufen geht. Wenn jemand sein Studium nicht bewältigt bekommt, weil er Klausuren nicht mitschreiben kann. So What? Ich bekomm mein Geld, egal ob der jetzt jemand hat oder nicht. 
Inklusive schön und gut, ist aber kein Grund dumme, inkompetente Mitarbeiter einzustellen, liebe Vereine. 


Jeden Tag eine neue Dummheit. Es ist so ermüdend. #wie einfach es wäre, sich um nichts Gedanken machen zu müssen. Als normaler Student in die Uni zu fahren. Unabhängig. Keine 785€ Rechnung zuhause auf einen wartend, weil ein Verein wieder verkakt hat. 
Da geht das ganze Geld hin. Ich bezahle monatlich 40 € dafür, dass ich mich selbst kümmern muss, selbst organisieren, allem hinterherlaufen und zum Schluss bin ich die Dumme. 40€ zahle ich gerne, wenn ich dafür jemanden hab, der mich begleitet. 40€ im Monat sind viel, wenn man nichts verdient. 40€ tun weh, wenn man sie zahlt, für eine Organisation, die ein scheiß dreck macht. 















Montag, 29. Oktober 2018

Du kommst mit 30 heim

Und auch wenn ich mein Staatsexamen nicht schaffe,
 ist das nur ein weiterer Punkt auf der Liste von Dingen, 
die ich nie schaffen werde.
Aber die Liste ist lang, und 6 Jahre zu studieren 
um am Ende keinen Abschluss zu haben ist das kleinste Übel. 
Stell dir vor du kommst mit 30 nach Hause und kannst dir alleine nichts zu essen kochen. 
Stell dir vor du kommst mit 30 heim und 
kannst nicht schnell in deine lieblingshose springen.
Aber sich an solchen Dingen aufzuhängen bringt dir auch nichts. 
Wenn du weiter drüber Nachdenkst
 willst du sonst eben das tun. Dich aufhängen. Aufgeben. 
„Ich könnte das nicht“
Ich kann’s auch nicht, aber welche andere Möglichkeit hab ich?
Mich Aufhängen, mich aufgeben. Die Gedanken kommen unerwartet.
 Auf dem Heimweg in der Ubahn fällt dir auf, 
du wirst mit 30 nach Hause kommen und dir nicht alleine dein Essen kochen können. Wirst nie so sein, wie du sein wolltest 
und es wird nie so sein, wie du es dir als Kind erträumtest. 
Du willst schreien. Aber wohin? Gedanken verdrängen. 
Du verdrängst so viel, du weißt schon gar nicht mehr wohin mit den Gedanken. Aufgeben. Aufhängen. 
Nach Jahren stirbt auch irgendwann das letzte bisschen Hoffnung. Der letzte Optimismus. Wird zum Realismus.

Und du weißt: du kommst mit 30 heim und kannst dir alleine nichts zu essen machen. 

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Idiot - sry, war nett gemeint.

Fazit nach 4 Wochen E-Mail veröffentlichen.

Mein Fazit nach 4 Wochen E-Mail veröffentlichen:
- ich hasse Menschen
- Menschen sind nervig und dumm
- Menschen haben zu viel Zeit
- ich hasse Menschen.


Im Ernst. Was zur Hölle ist los mit den Menschen.  Mir war von Anfang an klar, dass nicht nur Anfragen kommen werden. (Welche mich gefreut haben! Und die ich mit Freude beantwortet habe). Dann auch wenige liebe Nachrichten, die mich sehr gefreut haben. Aber größtenteils genau solche Nachrichten, die ich eben nicht wollte!
"Schreib doch mal auf Facebook zurück"
"schau mal auf Instagram"
Junge. Wenn ich nicht antworte, hat das zumeist einen Grund. Ich bin nicht interessiert an Internet Bekanntschaften. Nur weil jemand mich sympathisch findet muss das umgekehrt nicht das selbe heißen. In seltenen Fällen überlese ich zwar tatsächlich Nachrichten, aber mit Verlusten ist eben immer zu rechnen.

Und dann. Dann hat mich die Ober-Spezialisten Nachricht erreicht.
Die E-Mail ist ein Paradebeispiel. Paradebeispiel dafür, wie man eine E-Mail schreibt um mich maximal abzufucken.
Ich hab ernsthaft meinen Kumpel gefragt, ob er diese geschrieben hat, um mich zu verarschen.
Weil die Mail beinhaltet einfach ALLES, was ich hasse.
Ich will mal chronologisch vorgehen:

"Frau Ebener" (allein den Namen falsch geschrieben. )
der Verfasser steigt ein mit Namen und zeigt erstmal auf, wo man mehr über ihn lesen kann.
- mhm. Interessiert mich voll. Was ein X macht.

es folgt: sie haben "ein interessantes Buch veröffentlicht [...], im Wesentlichen zur Verarbeitung"
- man. Mein Buch ist nicht primär zur Verarbeitung gedacht. Ich hasse Hobby-Psychologen. Ich habe geschrieben, weil angeboten wurde und um Leute zu informieren. Aber gut, wenn andere immer besser bescheid wissen.

Dann kommt das erste nette: ich hätte mich hochgekämpft und anderen Mut gemacht.
- man hätte das stehen lassen können und den gesamten Rest löschen.

ok. dann folgt der erste grobe Fehler:

"Wenn man die Forschung zur Querschnittslähmung  „querliest / überfliegt“  fallen viele teilweise nicht-zusammenhängende „Projekte“ auf, von denen eines – wie ich es verstanden habe – bereits querschnittgelähmte Mäuse ans Laufen gebracht hat und zwar durch das Zusammenwachsen des Nervenstrangs (wichtig). Ebenso ist man bei höher entwickelten Lebewesen weiter auch insbesondere mit der Stammzellenforschung, die eigene Organe regeneriert sowie in der Bionik – beim Grotten-Olm regenerieren sich alle Körperteile.  In den meisten europäischen Ländern jedoch mit „unnötigen rechtlichen Forschungs-Barrieren“ "

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Es gibt NICHTS schlimmeres, als diese verfickten Verweise auf die Mäuse, die wieder Laufen können.
Menschen, die ankommen und sagen "hast du gewusst, dass Mäuse wieder laufen können"
"hast du das mit diesem Roboter gewusst? Mit dem können Querschnittgelähmte wieder laufen".
Neeeeeein. Wirklich? Ich, als Querschnittgelähmte, hab davon noch nie gehört! Ja dann, auf ins Labor zu den Mäusezüchtern und ab gehts.
Es ist so nervig.
Leute die zum ersten Mal googeln "Querschnittlähmung heilen" und dir dann Tipps geben.
Wo ist das Problem? Mäuse können doch wieder laufen? Warum stellt ihr euch so an? Ist doch alles easy. In 10 Jahren gibts keinen Querschnitt mehr.
Kotz.

ok. also hier schon mal ins Aus geschossen.
und dann die Krönung:

"Hinsichtlich  Ihres Jura-Studiums  wäre es [...] eine zielgerichtete Orientierung – ja vielleicht sogar eine Lebensaufgabe, sich mit internationalen Gesundheitsrecht / Medizinrecht zu beschäftigen. Und zudem die „Insellösungen“ der weltweiten Forschungsprojekte zur Querschnittslähmung -  zu integrieren bzw. zusammen zu führen – als Juristin mit o. g. Spezialisierungsrichtung wie es eine Moderatorin / ggfs. Mediatorin tut, um das bereits vorhandene Wissen „scharf zu fokussieren“."

Alter.
Es gibt noch mehr nicht schlimmeres, als mir zu sagen, was das beste für mich wäre.
ICH HASSSSSSSSSSSSE ES. Haben solche Menschen irgendwie kein eigenes Leben, das sie sich selbst verbauen können und so leben können, wie sie es wollen? Ich versteh solche Menschen ums verrecken nicht. Null. Tipps? Ok, lass ich mir eingehen. Ungefragt auch eher ungern, aber gegen gute Tipps ist nichts zusagen. ABER anderen sagen, was sie machen sollen....
Schnauze. Einfach Schnauze halten. Wie wäre es, wenn sich jeder einfach um seine eigene scheiße kümmert?
Ich weiß, viele denken jetzt, ich soll nicht so überreagieren. "Ist doch nett gemeint"
Nein. Bei mir rührt sich da innerlich was. Tiefsitzender Hass. Hass gegenüber menschen, die einen Vorschritften machen. Woher das kommt? Die Hobbypsychologen unter euch sind gefragt (bitte keine Email an mich). Es ist einfach so, dass ich mit nichts weniger klar komme, als mit solchen Menschen.
Schon in meiner Kindheit gab es einen Mann (definitiv nicht mein Papa! der ist das komplette Gegenteil!), der bestimmen wollte. Der "wusste was das beste ist". Und schon da hab ich mich aufgelehnt.
Zurück in der Schule: "Amelie, geh doch auf die Behindertenschule" (erinnert ihr euch?). Ich schon vor Wut geheult: "Nein, ich bleibe hier". Das ist so ein Erlebnis, das ich nie verarbeiten werde. Nochdazu, weil ich in dieser Situation "unterlegen" war und hätte tatsächlich abgeschoben werden können, wäre das so gewollt gewesen.
Aber grundsätzlich dieses Bevormunden. Dieses "ich weiß was das beste für dich ist"
Wie wärs mit: fresse halten und sofort aus meinem Leben verpissen.
Ich hab kein Platz für solche Menschen.
Ich kann zum Glück denken. Und selbst Entscheidungen treffen.
Eigentlich hatte ich vor nächstes Jahr Medizinrecht als Schwerpunkt zu wählen. Aus Interesse und ganz egoistisch, weil ich mir für mich persönlich Vorteile erhoffe, wenn ich Sozialrecht höre und den Kassen mit Paragraphen entlegenen kann.
Aber nachdem mein Kumpel (dem ich die E-Mail gleich gezeigt hatte) und ich dieser E-Mail gelesen  haben, hat er mich nach kurzer Zeit angesehen, mein grüblerischen Gesichtsausdruck gesehen und direkt gesagt: "du denkst jetzt nicht ernsthaft darüber nach einen anderen Schwerpunkt zu wählen, nur weil der das jetzt geschrieben hat"
dazu muss ich sagen:
1. scheiße. Freddie kennt mich besser als ich selbst mich.
2. Ja. Einfach ja. Ich hab kurz darüber nachgedacht. einfach weil mir das "vorgeschrieben wurde". Ich glaube das zeigt eindeutig, wie sehr ich Vorschriften hasse.
Mit etwas klareren Gedanken hab ich das natürlich sofort verworfen. War dumm. Aber so denk ich eben.
Wenn jemand will, dass ich etwas nicht mache, einfach das als Vorschrift formulieren.
"Schatz, hab heute keinen Sex mit mir"

Man. Kümmert euch um euern eigenen scheiß. Denken sich solche Leute tatsächlich "Ah, Amelie studiert Jura. Sie sitzt im Rollstuhl. Ich muss ihr unbedingt sagen, dass sie sich mit Medizinrecht beschäftigen soll."

Wo wir schon beim zweiten Ding wären, was ich aber auch schon mal angesprochen hab:
NUR WEIL ICH IM ROLLSTUHL SITZE MUSS ICH KEINE ANWÄLTIN FÜR BEHINDERTENRECHT WERDEN111!11!! VERFICKTE SCHEIßE. ICH MUSS MEIN LEBEN NICHT AN DEN ROLLSTUHL ANPASSEN (nichtmal von meinem Querschnitt lass ich mir Vorschriften machen) ICH MACH WORAUF ICH BOCK HAB1!!
Dass ich ein Empathieloses Arschloch bin und im Sozialrecht wohl eher schlecht aufgehoben wäre wird verkannt.  Nein. Behindert, also muss ich Behindertenanwältin werden.
Als Scheidungskind wird man schließlich auch Scheidungsanwalt
und Jeder Ausländer mach Asylrecht.
Wo wären wir, wenn es anders liefe?

Man. Nervt mich sowas. Könnte mich stunden weiter aufregen.

Ja. mich nerven solche Sachen einfach. Weil es immer menschen gibt, die sowas ernst nehmen und ihr leben danach leben, wie es andere für sie wollen.
Kümmert euch einfach um eueren eigenen Scheiß. Geht anderen nicht auf den Sack und die Welt wird besser.
"Aber Amelie, es war doch nett gemeint"

Weil etwas nett gemeint ist, muss ich es nicht mit offenen Armen empfangen. Nett gemeint kann immer noch scheiße angekommen sein.
Idiot - sry, war nett gemeint.



Über die anderen Nachrichten hab ich mich trotzdem gefreut. Aber viele ;menschen haben wirklich kein eigenes leben.